Archiv für November 2010

Böse, böse Linke

Wenn eine Sekte in einer Stadt eine Veranstaltung machen will, kommt manchmal ein Veranstalter daher und will seine Räume dafür nicht zur Verfügung stellen. An sich ist das ein recht häufiger Vorgang, der meist ohne größere Aufregung vor sich geht: sucht man sich halt einen anderen Raum für die Predigt.
Ganz und gar nicht unaufgeregt agiert im Moment Justus Wertmüller von der antideutschen Zeitschrift „Bahamas“, weil das Conne Island, ein linkes Zentrum in Leipzig, eine Veranstaltung mit ihm abgesagt hat. Die dazu abgegebene Erklärung der Bahamas ist wieder ein Beweis dafür, warum aufrechte Antideutsche so niedlich sind:
Was Wertmüller besonders wichtig ist, ist „dass die Linken, und zwar alle, sowohl ihrem Aussehen wie ihrer Gesinnung nach hässlich“ sind. Das will der Onkel auch hartnäckig verteidigen. Bis vor kurzem hat er gedacht, im Conne Island wären die Leute nicht hässlich. Weil die bösen, bösen Leute dort den Justus aber jetzt nicht reden lassen wollen, zeigt er’s ihnen jetzt richtig und nennt vor allem die Leipziger Linken vom „Antifaschistischen Frauenblock“ nicht nur hässlich, sondern gleich noch konform, karrieristisch, deutsche Blockwärterinnen, Opportunistinnen, konformistische Versager, Gender-Platzkühe und Verteidiger der Volksgemeinschaft. Am Ende ruft er alle, die über Kontakte nach Leipzig verfügen auf, den bösen, bösen Leuten in Leipzig zu sagen, wie hässlich sie sind.
OK, machen wir: „Leipziger! Ihr seid hässlich. Aber das ist voll OK so. Wegen uns müsst Ihr nicht so aussehen wie die Hohepriester der Antideutschen K-Gruppen.“

Castor Schottern, Google und Falun Gong


Wer heute bei Google News nach „Castor Schottern“ sucht, bekommt als dritten Hit einen Bericht der „Epoch Times“ — die Zeitung der Sekte Falun Gong.
Die Spiritualisten nutzen offensichtlich das aktuelle Interesse am Castor, um Leute mit ihrer Zeitung bekannt zu machen. Um die hohe Platzierung zu erreichen, haben sie sowohl in der Titelzeile als auch in den Header-Daten ihres Web-Angebotes Stichworte wie Sabotage, Gorleben, Castor, Atom, Schottern, Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und Klimaschutz, Alternative Energien und Energiesparen untergebracht.
Wie der Tibetanische Buddhismus sucht Falun Gong anscheinend, über die deutsche Alternativ-Szene Unterstützung für ihre religiösen Ziele zu erhalten.

Edit: 20 Minuten, nachdem ich das gebloggt habe, ist der Link bei Google nicht mehr zu sehen. Weiß der Fuchs, weshalb…

Geheimwissen der Lemurer: Reality-Creating

Der natürliche Weg der Nasenbrille Ein beliebter Vorwurf an die Esoterik ist, daß sie dazu einlädt, sich die Verhältnisse schön zu denken, statt auf Änderungen zu zielen. Nicht so bei Reality Creating nach Dietrich von Oppeln-Bronikowski. Wenn Herr Oppeln-Bronikowski meditiert, macht er Ausflüge nach Lemuria. Die lemurischen Ureinwohner waren so freundlich, ihm beizubringen, daß man ganz einfach seine eigene Realität selbst erschaffen kann. Man muss nur ganz einfühlsam mit den lemurischen Wahrsagelkristallen spielen und die geheimnisvollen Entwicklungslinien von der Vergangenheit bis zur Zukunft entspinnen, dann ergibt sich alles von selbst. Mit genügend Einblick in die Geheimnisse des Kosmos und dem Willen, sie zu entwirren, erschafft man nur mit Geisteskraft eine neue Realität. Das ist Reality-Creating.

Will man zum Beispiel eine Zukunft ohne finanzielle Sorgen, muss man nur ergründen, wie man es schafft, einer Menge leichtgläubiger Leute für viel Geld einen völlig unglaubwürdigen Science-Fiction-Mythos unterzujubeln. Wenn man das weiß, kann man dieses Wissen weiterverkaufen und das übliche Esoterik-Franchising-System aufbauen, Trainer und Kristallberater ausbilden und sich entspannt zurücklehnen, während die den Quark an den Endkunden weiterverkaufen müssen.

Aber Vorsicht: Wie die wirklich eingeweihten wissen, wurde Lemuria etwa 49.900 v. Chr. von den Halutern zerstört. Einen verlässlichen Schutz vor den Zumutungen der Verhältnisse bietet also auch Reality-Creating nicht.