Die tibetanisch-mystische Lehre der Löcher

Geht Euch das auch so? Man kann kaum noch das Radio anmachen, da geht es um Tibet. Tibet hier, Tibet da, chinesische Polizisten verprügeln Mönche, Mönche zünden chinesische Geschäfte an, das olympische Komitee betont seine politische Neutralität, im Kino gibt es Gebirgsdramen und mittendrin meistens ein Skinhead mit Kassengestell.

Warum die Alternaiv-Szene das Christentum zum Teufel wünscht, aber in Begeisterung für einen orange gewandeten Möchtegern-Papst schwelgt, war mir schon immer schleierhaft. Wieso soll ich auf die Straße gehen, um zu fordern, daß die TibeterInnen nicht mehr von Maoisten sondern von Buddhisten regiert werden? Und: Wieso redet eigentlich niemand von den zahllosen Leuten, die aus anderen Gründen als religiösen in China unterdrückt werden?

Anscheinend ist es viel schlimmer, Mönche zu verprügeln als Atheisten. Und daß Mönche ihrerseits ihre Schäfchen unterdrücken, gehört zum guten Ton in religiösen Kreisen. Schließlich wissen sie mit ihrer direkten Leitung nach oben viel besser, was gut für die Menschen ist, als die Menschen selber.

So offenbarte der Dalai Lama 2006 zwei Journalisten des „Daily Telegraph“ die Lehre der Löcher: Homosexualität ist demnach falsch, weil – Zitat – : „Die Anderen Löcher produzieren kein Leben“. Wer also auf die falschen Löcher steht, oder am Ende gar Sex ohne Penetration macht – Oh mein Gott! –, kann sich das Nirvana von der Backe putzen. Theologisch ist das umstritten. Homosexuelle BuddhistInnen betonen, daß es lediglich ein Verbot von Anal- und Oralsex für Mönche gibt.

Man könnte jetzt denken, deswegen geht hier ja nicht spezifisch gegen Schwule und Lesben, sondern einfach um Sexualfeindschaft. Aber so einfach ist es nicht. Zwar können auch Heten was falsch machen, wenn sie Interesse an den falschen Löchern haben. Aber Schwule und Lesben sind geradezu dazu verdammt, im Bett nur Sünde zu produzieren — denn ohne Mama und Papa gibt’s auch kein Kind und darum geht’s ja bei den richtigen Löchern. Sagt zumindest der Dalai Lama.

Und für diesen Unsinn sollen wir jetzt gegen China protestieren? Dann doch lieber für die Freiheit, daß alle mit ihren Löchern anstellen, was ihnen Spaß macht. Und gegen alle, die uns das verbieten wollen – egal ob Maoisten, Empiristen, Christen, Seifenkisten oder Buddhisten.


1 Antwort auf „Die tibetanisch-mystische Lehre der Löcher“


  1. 1 Apfelsina 22. Juli 2008 um 11:25 Uhr

    Was der Beitrag uns wohl sagen soll? Buddhismus ist so schlimm wie alles andere, wie jede Religion? Wobei Buddhismus ja keine Religion ist.

    Es ist wie mit allem und wie mit jeder Idee, Ideologie die Mensche je hatten. Es liegt daran, wie diese umgesetzt werden von den Menschen. Daran hapert es einfach!

    Schon viele gute Ideen nahmen ein schlimmes Ende – so auch sozialistische Diktaturen.

    Der Mensch ansich ist wohl so!?

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