Archiv für April 2008

Sittenstrolche, Perverslinge und Homo-Ideologen

Nachdem ich bei Lysis gelesen habe, daß beim katholischen Nachrichtendienst kreuz.net Holocaustleugnung stattfindet, habe ich mir dieses Portal mal näher angeguckt — und kann nur sagen, es lohnt sich…

Im Bistum Linz scheinen Sittenstrolche und Perverslinge die Oberhand gewonnen zu haben.

Denn: Es gibt dort Seelsorge für Schwule und Lesben. Für eine große Show des fundamentalistischen Unfugs nutze man die seiteneigene Suchmaschine mit dem Schlagwort Homo-Ideologen
Priceless…

All your belly are belong to us

all your belly are belong to us

„Jesus bewegt Bremen“. Vom 30. April bis 4. Mai wird der bekannte Religionsstifter die Hansestadt bewegen. So formuliert es zumindest die PR-Abteilung des „Christival“. Und weiter: „Das Christival ist DAS christliche Großereignis des Jahres. Beim Kongress junger Chsiten kannst Du
fünf Tage zuhören, mitreden, beten, lernen und natürlich feiern – mit anderen Christen aus Landes- und Freikirchen, Jugendverbänden und anderen Bewegungen“.

Das Festival möchte nach eigener Auskunft junge Menschen in ihrer Nachfolge zu Jesus Christus stärken und die missionarische Jugendarbeit fördern. Dazu gibt es jeden Tag Gottesdienst, Workshops und abends wird zu frommen Rythmen geschunkelt. Auf der Messe missionarischer Möglichkeiten beraten sich etablierte Kirchengliederungen und dubiose Sekten darin, wie man am effektivsten Menschen bekehrt.

Heterosexualität ist ein wichtiges Thema auf dem Event: In getrennten Arbeitsgruppen reden Jungs und Mädchen z.B. darüber, wie der redliche Umgang mit dem anderen Geschlecht aussieht und sinnieren, was Gott sich wohl dabei gedacht hat, Sexualität in die Welt zu bringen. Andere Workshops bieten Beratung dafür, wie man eine lebenslange Ehe führen kann. Oder man überlegt sich, wie man gleich ganz um Sex drumherum kommt, indem man einem christlichen Orden beitritt. Vor allem dürfte es also darum gehen, junge Schäfchen in der christlichen Lebensführung zu bestärken.

Aber die abschreckenden Beispiele der Grenzbereiche der gottgefälligen Lebensweise dürfen da nicht fehlen. So war z.B. ein Workshop der Lebensberater von „Wüstenstrom“ vorgesehen. „Wüstenstrom“ geht davon aus, daß sexuelle Orientierung kein Schiksal ist, sondern geändert werden kann. Statt aber heterosexuellen Jugendlichen das Überschreiten ihrer sexuellen Einseitigekeit zu ermöglichen, widmet sich der Verein dem Kampf gegen Homosexualität. Das Konzept kommt aus den USA. In einer wilden Mischung aus Gruppentherapie und religiöser Erweckung werden Schwule und Lesben gedrängt, ihr sündiges Leben aufzugeben.

Gegen solcherlei dubiose und homophobe Gehirnwäsche hat sich Protest geregt und nach einigen Berichten in bundesweiten Medien wurde Wüstenstrom vom Festival ausgeladen. Aber das heißt nicht, das reaktionäre Positionen außen vor wären.

Der Verein Birke e.V. bietet z.B einen Workshop zum Thema Abtreibung an. Angeblich macht der Verein Schwangerschafskonfliktberatung. Die Anerkennung dafür hat die Birke allerdings vor zehn Jahren vergeblich beantragt. Aus gutem Grund: Die Birke gehört zur Szene der sogenannten Lebensschützer, die mit moralischem Terror versuchen, sowohl individuell als auch gesellschaftlich jegliche Abtreibung zu verbieten. Die Webseite des Vereins ist geradezu übersäht von süßen, knuddeligen Kindern und die Rhetorik spricht für sich:
„Die Tötung eines ungeborenen Kindes ist ein brutaler Akt, der dem Wesen und der Natur einer Frau völlig zuwider läuft. 80% der Mütter, aber auch viele Väter, leiden nach der Abtreibung ihres Kindes manchmal ein Leben lang unter psychischen und psychosomatischen Folgeerscheinungen, die unter dem Begriff Post-Abortion-Syndrom zusammen gefasst werden“
ÄrztInnen und Psychologie kennen dieses Syndrom nicht, propagiert wird es von den AktivistInnen der Lebensschützer-Szene. Von Unfruchtbarkeit über Brustkrebs, schweren Depressionen und Beziehungsunfähigkeit bis zu Migräne und Frigidität gehen die Symptome, die man Frauen, die abgetrieben haben, an den Halsch wünscht.

Wer jetzt denkt, es handelt sich beim Christival um eine Angelegenheit weniger religiöser Fanatiker, irrt. Familienministerin Ursula von der Leyen übernimmt persönlich die Schirmherrschaft für die Veranstaltung. Das Familienministrium lässt 250.000€ springen und die kirchenpolitische Sprecherin der Bremer CDU meint: „Gerade weil es so viele haltlose Jugendliche gibt, braucht unsere Gesellschaft junge Menschen, die bereit und in der Lage sind, die Zukunft unseres Landes aus christlicher Verantwortung heraus zu gestalten“.

Aber die Haltlosen, zerrütteten Existenzen sitzen schon in den Startlöchern: Am 30.4., zeitgleich mit der Eröffnung des Christivals, findet eine Bündnisdemonstration gegen Homophobie und Sexismus statt.
Den Extrem-Christen gefällt so viel Aufmerksamkeit gar nicht. Man fragt sich:„Muss Christival-Start von der Polizei geschützt werden?“ Auf jeden Fall wird der zwischen Konservativen und christlichem FundamentalisteInnen wabbernde Heterosexismus nicht unwiedersprochen bleiben.

30.4. 20 Uhr. Bremen. Schlachthof.

Huch! Nochmal Esowatch!

Es gibt eine weitere Seite mit dem Titel Esowatch im Netz: http://esowatch.com/i. Dort gibt’s ein Wiki über diversen Esoterik-Firlefanz und mehr.

Astralreisen mit Ufos

Ufo entführt Trabi Sehr schön wirr: http://astral.lichtnetz.eu.org/. Leider funktioniert die Hälfte der Seite nicht – evtl. wurden die fehlenden Dateien von Ufos entführt. Mehr dazu unter http://www.ufo.at/.
Mir fällt dazu ein altes Zitat aus einem Donald-Duck-Comic ein: „Wir Psychologen haben einen Fachausdruck dafür: Sie sind Ballaballa.“

Grüne gegen Homöopathie

Man glaubt es kaum: Während die grün-alternaive Szene sonstwo gerne dabei ist, wenn es um schwache Felder und feinstoffliche Kräfte geht, hat in Gladbeck das GRÜNE Ratsmitglied Franz Wegener gegen eine Veranstaltung über Schüßler-Salze polemisiert und wurde daraufhin mit Rücktritts-Forderungen konfrontiert.
Aber lesen Sie selbst den amüsanten Beitrag zu diesem Vorgang bei Ruhrbarone.

Kirche und Homosexualität

Gefunden bei der Radiosendung Chilligays.

Ob Schwule, Lesben, Bisexuelle, Schlampen oder Polysexuelle: Alle Leute mit spannender Sexualität schimpfen immer auf die Kirche. Besonders auf die katholische. Dabei gilt diese Sekte ganz zu Unrecht als Vertreterin einer ewig gestrigen Sexualmoral, handelt es sich doch um die größte Transvestiten-Organisation der Welt. Eine prächtig Stola in Purpur, ein weißes fließendes Kleid und dazu ein schwarzer Samtüberwurf: Keine Schwulendisko, kein CSD, kein Marianne Rosenberg-Konzert bringt so viele Männer im Kleid zusammen wie die Konklave – die Kardinalsversammlung, die den Papst wählt. Sogar Josef Ratzinger soll das Ziel, Papst zu werden, gefasst haben, weil ihn die Pracht der Bischöffe und Kardinäle in den Bann gezogen habe.

Gerade für Schwule ist die katholische Männergesellschaft sehr attraktiv: Keine Frau stört das vertrauliche Miteinander. Bis 1994 durften Frauen beim Hochamt wenigstens als Messdienerinnen helfen. Dann hat Papst Johannes Paul II ein Machtwort gesprochen. Seit dem ist _Mann_ unter sich in den Katakomben der Klöster und im Priesterseminar. Ideale Bedingungen also für homophile Neigungen. Die US-amerikanischen erzkonservativen „Catholics united for the Faith“ meinen dazu: Schwule im Priesterseminar, das ist als wenn man einen Alkoholiker in die Bar schickt. Himmlische Bedingungen also. Aber Vorsicht: Wer im Kloster nach feschen Jungs sucht, darf sich nicht erwischen lassen. Denn offiziell ist Homosexualität in der Kirche nach wie vor verboten. Nach der Priesterweihe muss sich weniger Sorgen mehr um die Konsequenzen machen: Priester, Kardinäle und Bischöffe sind wie Beamte bei einer höheren Macht angestellt und damit fast unkündbar.

Diese Position steigt einigen zu Kopf und umnebelt vom eigenen Konservatismus fangen sie an, Quatsch zu reden: Wer soll z.B. ernst nehmen, wenn Kongregation für Glaubenslehre betonet, daß „homosexuelles Tun dem geschlechtlichen Ausdruck ehelicher Liebe weder gleichwertig noch in gleicher Weise annehmbar ist“, weil Homosexualität „Leben und Wohlfahrt einer großen Zahl von Menschen ernsthaft bedroht“? Was soll man sagen, wenn der alte Papst 2003 die Homo-Ehe „die Legalisierung des Bösen“ nennt und der neue allen Ernstes sagt: „Wie es bei jeder moralischen Unordnung der Fall ist, so verhindert homosexuelles Tun die eigene Erfüllung und das eigene Glück.“?

Zufriedenstellend erklären kann man sich diesen Unfug eigentlich nur, wenn man bedenkt, daß die Hälfte von dem Laden im schwul ist, was aber unbedingt unbekannt bleiben muss. So sieht es zumindest John McNeill. Der ehemalige Jesuitenpater bekennt sich vor fast 30 Jahren öffentlich zu seiner Homosexualität, woraufhin ihn der Papst zum Schweigen zwingt. Als McNeill sich daran nicht hält, wird er exkommuniziert. Wer also zum falschen Zeitpunkt den Mund aufmacht, kann doch entlassen werden. Der ehemalige Priester schätzt, daß ca. 40% des Klerus schwul ist. Er selbst hält seine Homosexualität für ein Geschenk Gottes. Daß ist zwar fromm, aber wenigstens nicht homophob. Immerhin.