VeganerInnen der Welt – schaut auf diese Wurst!

Wurst mit eingebautem Tierwohl
Tierfreundlicher Schinken von der Aktion Tierwohl — kein Witz, habe ich so im Discounter gefunden.

Publikum nach Lesung von Walser, Grass und Sarrazin

Was kommt raus, wenn man zwei Stunden lang Walser, Grass und Sarrazin zuhören musste? Folgendes:

Jim Crow ist zurück

Jim Crow ist zurück, in Berlin:

Tanz den Jesus Christus


Jugend 2011


Jugend 1981

Braucht es mehr, um zu beweisen, dass die Welt zu Grunde geht?

Vegan Streetart

Pauli: Leben im Landtag mit viel Gefühl und Gott

„Wenn der Glauben nicht da ist und damit meine ich auch den Glauben an eine göttliche Kraft, dann kann kein menschliches Konzept in diesem Staat irgendwas bewirken.“ Gabriele Pauli im Bayrischen Landtag:

Böse, böse Linke

Wenn eine Sekte in einer Stadt eine Veranstaltung machen will, kommt manchmal ein Veranstalter daher und will seine Räume dafür nicht zur Verfügung stellen. An sich ist das ein recht häufiger Vorgang, der meist ohne größere Aufregung vor sich geht: sucht man sich halt einen anderen Raum für die Predigt.
Ganz und gar nicht unaufgeregt agiert im Moment Justus Wertmüller von der antideutschen Zeitschrift „Bahamas“, weil das Conne Island, ein linkes Zentrum in Leipzig, eine Veranstaltung mit ihm abgesagt hat. Die dazu abgegebene Erklärung der Bahamas ist wieder ein Beweis dafür, warum aufrechte Antideutsche so niedlich sind:
Was Wertmüller besonders wichtig ist, ist „dass die Linken, und zwar alle, sowohl ihrem Aussehen wie ihrer Gesinnung nach hässlich“ sind. Das will der Onkel auch hartnäckig verteidigen. Bis vor kurzem hat er gedacht, im Conne Island wären die Leute nicht hässlich. Weil die bösen, bösen Leute dort den Justus aber jetzt nicht reden lassen wollen, zeigt er’s ihnen jetzt richtig und nennt vor allem die Leipziger Linken vom „Antifaschistischen Frauenblock“ nicht nur hässlich, sondern gleich noch konform, karrieristisch, deutsche Blockwärterinnen, Opportunistinnen, konformistische Versager, Gender-Platzkühe und Verteidiger der Volksgemeinschaft. Am Ende ruft er alle, die über Kontakte nach Leipzig verfügen auf, den bösen, bösen Leuten in Leipzig zu sagen, wie hässlich sie sind.
OK, machen wir: „Leipziger! Ihr seid hässlich. Aber das ist voll OK so. Wegen uns müsst Ihr nicht so aussehen wie die Hohepriester der Antideutschen K-Gruppen.“

Castor Schottern, Google und Falun Gong


Wer heute bei Google News nach „Castor Schottern“ sucht, bekommt als dritten Hit einen Bericht der „Epoch Times“ — die Zeitung der Sekte Falun Gong.
Die Spiritualisten nutzen offensichtlich das aktuelle Interesse am Castor, um Leute mit ihrer Zeitung bekannt zu machen. Um die hohe Platzierung zu erreichen, haben sie sowohl in der Titelzeile als auch in den Header-Daten ihres Web-Angebotes Stichworte wie Sabotage, Gorleben, Castor, Atom, Schottern, Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und Klimaschutz, Alternative Energien und Energiesparen untergebracht.
Wie der Tibetanische Buddhismus sucht Falun Gong anscheinend, über die deutsche Alternativ-Szene Unterstützung für ihre religiösen Ziele zu erhalten.

Edit: 20 Minuten, nachdem ich das gebloggt habe, ist der Link bei Google nicht mehr zu sehen. Weiß der Fuchs, weshalb…

Geheimwissen der Lemurer: Reality-Creating

Der natürliche Weg der Nasenbrille Ein beliebter Vorwurf an die Esoterik ist, daß sie dazu einlädt, sich die Verhältnisse schön zu denken, statt auf Änderungen zu zielen. Nicht so bei Reality Creating nach Dietrich von Oppeln-Bronikowski. Wenn Herr Oppeln-Bronikowski meditiert, macht er Ausflüge nach Lemuria. Die lemurischen Ureinwohner waren so freundlich, ihm beizubringen, daß man ganz einfach seine eigene Realität selbst erschaffen kann. Man muss nur ganz einfühlsam mit den lemurischen Wahrsagelkristallen spielen und die geheimnisvollen Entwicklungslinien von der Vergangenheit bis zur Zukunft entspinnen, dann ergibt sich alles von selbst. Mit genügend Einblick in die Geheimnisse des Kosmos und dem Willen, sie zu entwirren, erschafft man nur mit Geisteskraft eine neue Realität. Das ist Reality-Creating.

Will man zum Beispiel eine Zukunft ohne finanzielle Sorgen, muss man nur ergründen, wie man es schafft, einer Menge leichtgläubiger Leute für viel Geld einen völlig unglaubwürdigen Science-Fiction-Mythos unterzujubeln. Wenn man das weiß, kann man dieses Wissen weiterverkaufen und das übliche Esoterik-Franchising-System aufbauen, Trainer und Kristallberater ausbilden und sich entspannt zurücklehnen, während die den Quark an den Endkunden weiterverkaufen müssen.

Aber Vorsicht: Wie die wirklich eingeweihten wissen, wurde Lemuria etwa 49.900 v. Chr. von den Halutern zerstört. Einen verlässlichen Schutz vor den Zumutungen der Verhältnisse bietet also auch Reality-Creating nicht.

Mit Krishna gegen schlechte Energie


Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein glaubt, daß nicht Marie Curie, sondern ein gewisser Vasudeva die Atomkraft entdeckt hat. Laut der uralten und geheimen Weisheit der Krishna-Webseite haben schon vor tausenden von Jahren Erleuchtete Atombomben gebaut und spirituell kontrolliert. Leider ist durch eine Indiskretion in der langen Reihe von Meister zu Schüler das Wissen über das Atom an Frau Curie und damit an die Wissenschaft gelangt, die ohne spirituelle Einbindung mit den Grundfesten des Universums laboriert — mit den bekannten Folgen.
Genau wie gläubige Kommunisten früher immer meinten, sozialistische Kraftwerke seien OK, sagen die Krishna-Jünger heute, spirituelle Atomkraft wäre in Ordnung und mobiliseren zum Castor — vermutlich zu Allererst, um in der wuselnden Alternativszene AnhängerInnen zu finden. Das ist vermutlich eine gute Strategie, wenn man bedenkt, daß die Konfrontation mit der hochgerüsteten Staatsmacht im winterlichen Wendland nicht selten zu existenziell bedrohenden Grenzerfahrungen führt. Um die damit einhergehende Verstörung zu bewältigen empfehlen wir, sich an die Demosanis und die Out-Of-Action-Bereiche bei den Anti-Castor-Camps zu wenden und die Spiritualisten auf die Gleise zum Castor-Wegbeten zu schicken.

Falun Gong in Erfurt


Die autoritäre Psychosekte Falun Gong wird in China staatlich verfolgt, es gibt gar eine „chinesische Gestapo“, die hinter den Anhängern des Li Hongzhi her ist — so sagt es zumindest die Gruppe selbst. Das passt natürlich in Deutschland, wo man immer froh ist, wenn jemand (mindestens!) genau so schlimm ist wie die Nazis. Das Wappen der Sekte besteht übrigens aus vier Yin-Yangs und fünf Hakenkreuzen. Aber das hat natürlich nichts (rein gar nichts) mit irgendwas zu tun. Die Gongs stehen auf dem Platz herum, falten die Hand zum Gebet und sammeln Unterschriften gegen China.
Direkt daneben steht (ungelogen) ein Stand von den Zeugen Jehovas und will der Menschheit nahebringen, daß die Schöpfungsgeschichte plausibler als die Evolution ist. Eigentlich müsste es zwischen Quigong und christlicher Sekte zum Eklat kommen, aber man beäugt sich mehr belustigt als kritisch.

Kritische Informationen zu Falun Gong findet man im Esowatch-Wiki (daß außer dem Namen nichts mit unserem Esowatch zu tun hat) und in einigen gesammelten Presseartikeln zum Thema auf der Falun Gong- Seite der Aktion für Geistige und Psychische Freiheit.
Zu den Zeugen gibt es natürlich auch eine Seite auf dem Esowatch-Wiki.

Astrologie in Erfurt


Kein Kommentar.

Ich-Jogging mit der Mistgabel


Adorno hat geschrieben: „Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen“. Elke Schneider aus Erfurt hat ein Angebot für diese Menschen. Sie ist Persönlichkeitstrainerin und macht Coachings für inneren Reichtum, Liebe und Lebensfreude. Ihr Werkzeug dafür ist konsequenter Weise die Mistgabel. Damit wühlt sie so lange in der Scheiße, die man unter spätbürgerlichen Verhältnissen im Kopf hat, bis die Menschen glauben, es handele sich um Gold. Denn wer lange genug seine Persönlichkeit trainiert hat, glaubt, mehr zu sein als ein ersetzbares Rädchen im System — nämlich ein wachsendes Rädchen, daß seinen eigenen Weg findet. Und was eigenes ist ja bekanntlich total wichtig heutzutage:

Link: Loriot und das Jodel-Diplom

WOW-Day

Da gibt es eine Welt, fern von den Zumutungen und dem wertlosen Tand der Moderne.

Dort tanzt man noch vor dem Frühstück seinen Namen und achtet darauf, die Milch im Uhrzeigersinn ins Müsli zu rühren.

WOW heißt in dieser Welt nicht World of Warcraft, sondern Waldorf One World — der Tag, an dem AnthroposophInnen in aller Welt ihre Kinder losschicken, um Geld zu sammeln, damit die Missionierung der Ungläubigen und Seelenlosen voran gehen kann. 1. Oktober. Im Anthro-Unternehmen Ihrer Wahl.

Google-Alert-Trigger: Mit Viktor Philippi hat dieser Artikel nichts, aber rein gar nichts zu tun. Und Viktor Philippi ist auch weder Guru noch Sektenführer.

Praktisch …

Google-Alert-Test: Dieses Bild hat nichts mit Viktor Philippi zu tun!
… braucht man nur ein Streichholz.

Brüder im verwirrten Geiste

Neu auf Kreuz.net: Verschwörungstheoretischer Humbug über den 11.9.2001 von Dr. Mahmoud Ahmadinejad: http://www.kreuz.net/article.11925.html. Wenn es gegen die USA und die Juden geht, sind sich die Fundis von Christentum und Islam schnell einig. Ich finde, es wird mal wieder Zeit für eine zünftige Bibel- oder Koranverbrennung, damit sich die Eiferer gegenseitig beschäftigen, statt dem Rest der Welt auf die Nerven zu gehen.

Highlights der Verwirrung

Trotz Bankrott leistet sich Island gegenwärtig eine sexuell durcheinandergekommene Ministerpräsidentin.

Oh my god! Ein Glück, daß wir Kreuz.net haben:
Um die Einheimischen auf den Arm zu nehmen, erschien „Genosse Johanna Sigurdardottir“ bei einem Staatsbankett mit ihrer Homo-Kumpanin. Es handelt sich um die Autorin Jonina Leosdottir (56), die auch Mutter eines Sohnes ist. Bei dem Essen hätte auch der Chef der färöischen Zentrumspartei, Jenis av Rana (57), teilnehmen müssen. Doch der verzichtete dankend auf das lächerliche Homo-Schauspiel. [..]Der Politiker stellte nüchtern fest, daß der Besuch von Genosse Sigurdardottir in Begleitung einer Ehe-Komödiantin eine billige „Provokation“ war – und „sicherlich nicht im Einklang mit der Bibel“ stand.

Wer steckt hinter diesem Unfug?

Irgendjemand, der sich antigerman1989 nennt, behauptet, Esowatch zu betreiben. Das stimmt nicht.

Samstag in Berlin: 1000 Kreuze in die Spree

Für den 18. September 2010 mobilisiert der Bun­desverband Lebensrecht zu einem „Schweigemarsch“ mit dem Titel „Marsch für das Leben“. Damit wollen die selbst ernannt­en Lebensschützer für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren.

[weiter auf http://no218nofundis.wordpress.com/]

Kreuz.net schreibt über die letztjährigen Gegenaktionen der „finsteren Todestruppe des Aktionsbündnis ‚1000 Kreuze in die Spree‘“:

Von dem Schweigemarsch fühlten sich knapp halb so viele gewalttätige Apologeten der Abtreibungsgewalt so provoziert, daß sie die Menschenrechtler mit einer brennenden Bibel bewarfen. Sie brüllten Sprüche wie „Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“ Ein Plakat warb für „Orgasmus statt Abendmahl“. Ferner wurden Kreuze unter Gejohle in die Spree geworfen.

Na das klingt doch nach einer attraktiven Veranstaltung!

Geomantie in Erfurt?


Martin Voltersen ist Magier, genau genommen Erdmagier. Auf seiner Webseite bewirbt er genau wie zahlreiche andere Esoteriker seine Dienste als Geomant. In Kneipen liegt sein „Geomantischer Stadtplan“ aus und zeigt „Die Organik einer Stadt“. Gemeint sind damit geheimnisvolle Orte der Kraft wie große Kirchen und kleine Bio-Schnellimbisse, uralte Klosterruinen und neu eröffnete Feng-Shui-Praxen.

Auf den ersten Blick scheint es völlig plausibel, daß Voltersen in einer zweijährigen Ausbildung Zaubern gelernt hat. Aber das Studium der uralten und geheimen Schriften zum Thema Geomantie lässt Zweifel aufkommen. Und zwar gleich in mehrerlei Hinsicht:

  1. Die Zugangsvoraussetzungen. Um Geomant zu werden, muss man erst eine Ausbildung als Krieger oder Paladin durchlaufen. In seinem Lebenslauf erwähnt Voltersen aber nichts von einer Ausbildung in den martialischen Künsten.
  2. Die Fertigkeiten. Ein Geomant muss man sich ganz auf diesen Weg konzentrieren und verliert alle sonstigen Spezialfähigkeiten. Voltersen behauptet aber, neben Geomantie auch Psychologie, Energetische Körperarbeit, Charakteranalyse, Aura-Betrachtung, spirituelle Heilung, Energetik, Allergien und Ernährungsberatung zu können. In seiner Karte schmeißt er Geomantie, Feng-Shui, Astrologie, Christentum, Hinduismus und Pantheismus durcheinander. Dieser Mischmasch ist zwar typisch für die zeitgenössische Esoterik, aber für den reinen Weg des Geomanten völlig inakzeptabel.
  3. Die Initiation. Der Weg zur Geomantie ist ein steiniger. Viele Hürden müssen überwunden werden, bis man schließlich in Urnechs Sanktum auf der geheimnisvollen Realitätsebene von Kinestia die Initiation erfahren darf. Es ist kaum zu glauben, daß Voltersen das geschafft haben soll, insbesondere weil ein Chronomant nötig ist, um überhaupt nach Kinestia zu kommen.
  4. Die Karte. Es ist richtig, daß ein Geomant eine Karte seiner Umgebung erzeugen kann — auch wenn er dafür die 11. Bewusstseinsebene erreicht haben muss. Die Karte eines echten Geomanten enthält Wände, Türen, Gänge, Wege, Lebewesen und Schätze. In keinem Fall aber zeigt sie Werbung — weder für den ausführenden Zauberer, noch für andere Zauberei- und Esoterik-Geschäfte.

Es spricht also einiges dafür, daß es sich bei der Erdmagie von Martin Voltersen und anderer Geokomiker wie Marko Pogačnik um faulen Zauber handelt.

PS: Wer die uralte und geheime Quelle der Weisheit findet, kriegt eine kostenlose Charakteranalyse.

Reinkarnation gelungen: Adorno live in Fulda


Der beliebte Sozialphilosoph und Komponist Theodor W. Adorno (Mitte) spielt am kommenden Samstag live in Fulda. Mit dabei sind (v.l.n.r.) Alfred Sohn-Rethel, Siegfried Kracauer, Erich Fromm und Herbert Marcuse. Max Horkheimer wird das Orchester dirigieren.

Zustande kam das späte Comeback durch einen Zufall. Eine Gruppe von Linksradikalen hatte in einer synergetischen Reinkarnations-Gruppentherapie nach Ursachen für die häufigen Spaltungen antideutscher Gruppen gesucht. Durch einen falsch geerdeten Reinkarnationskanal manifestieren sich dabei Adorno und seine Kollegen in der Praxis von Reinkarnationstherapeut Rainer Vollmar in Dietershan bei Fulda. Schwer enttäuscht vom heutigen Zustand Kritischer Theorie entschieden sich die frisch Inkarnierten nach kurzer Diskussion dazu, sich in ihrem zweiten Leben ganz auf die Musik zu konzentrieren.

Jürgen Habermas und Axel Honneth wollten sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Heiliger Stuhl im Angebot

Hier:

Atheistisch Buskampagne gestartet

Gestern ist in Berlin die atheistische Buskampagne gestartet. In den nächsten Wochen wird der Bus mit der Aufschrift „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ über 25 Städte besuchen und mit Lesungen und atheistischen Stadtrundfahrten gegen den großen Einfluss von Religion eintreten. Eigentlich wollte die Kampagne wie ihr englisches Vorbild Werbeflächen auf öffentlichen Verkehrsmitteln mieten, aber die angefragten Verkehrsbetriebe waren allesammt nicht bereit, die gottlose Botschaft auf ihre Busse zu kleben — so viel zum Thema Glaubens- und Gewissensfreiheit.

Wie die Financial Times hier berichtet, ist die Gegenkampagne schon unterwegs: Evangelikale Eiferer folgen der Kampage mit einem eigenen Bus und drohen mit dem Religiösen Restrisiko: „Und wenn es ihn doch gibt?“

Den Busfahrplan findet man auf der Webseite der Kampagne: http://buskampagne.de.

Esoterik-Broschüre erschienen

Beim Erfurter Bildungsträger Biko gibt es seit neuestem eine esoterikkritische Broschüre mit dem Titel „Engel, Geister, Spiritualismus – zur Kritik esoterischer Welterklärungen“.

Inhaltlich geht es um Energieheilung (u.A. am Beispiel von Viktor Philippi, von dem auch hier schon die Rede war), um das sogenannte „Global Scaling“ (eine als Wortmarke eingetragene Welterklärungstheorie von Hartmut Müller), um Karma und rechte Esoterik.

Leseproben gibt es auf der Bestellseite und auf Annettes Philosophierstübchen.

Evangelikale in Marburg

Pressemitteilung von noplace.blogsport.de:

Protest gegen evangelikalen Kongress in Marburg

Vom 20.-24. Mai 2009 soll in Marburg der „6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ statt finden. Organisiert von evangelikalen Gruppierungen sind unter dem Motto „Begegnung zwischen Psychotherapie und christlicher Seelsorge in Wissenschaft und Praxis“ über hundert Workshops geplant, die sich unter anderem mit Themen aus dem Bereich Sexualität und Identität beschäftigen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten einzelne ReferentInnen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einzigem Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht.

Die Kongressworkshops sollen in öffentlichen Räumen, wie dem Hörsaalgebäude der Universität, der Stadthalle und der Martin-Luther-Schule Platz finden. Mit den Worten: „Es ist ein Skandal, dass die Stadt Marburg sowie die Universität solchen reaktionären Veranstaltungen und christlichem Fundamentalismus eine Bühne bietet“ erteilt Nora Nebenberg vom Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ der Veranstaltung eine klare Absage. „Wir fordern Stadt und Uni auf, dem Kongress keinerlei Räume zu Verfügung zu stellen“ kommentiert Nebenberg und fügt hinzu. „Eines ist klar: Wenn
der Kongress stattfindet, dann nicht ohne unseren Protest.“

Des Weiteren sieht das Bündnis in der Pathologisierung gleichgeschlechtlicher Sexualität eine Menschenrechtsverletzung.

Evangelikale sind eine konservative Strömung innerhalb des Protestantismus, die sich durch fundamentalistische Bibelauslegung, Absolutheits- und Missionierungsanspruch auszeichnet und die nach gesellschaftlichem Einfluss streben. Ein Beispiel hierfür ist der Marburger Christus Treff, dessen wöchentliche Gottesdienste großen Anklang finden. Roland Werner, Leiter des Christus Treffs und Vorsitzender des Jugendkongresses Christival referiert ebenso wie Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, die gemeinsam mit anderen ReferentInnen im Beirat der Offensive Junger Christen (OJC) sitzt. Das vom OJC vorbereitete Seminar „Homosexualität verstehen“ wurde auf dem Christival 2008 in Bremen, aufgrund von öffentlichen Protesten, abgesagt. Beide vertreten den Ansatz, dass Homosexualität eine Krankheit ist und damit auch heilbar. Sie setzen sich für Therapien ein, um Homosexuelle „umzupolen“, was ihre homophobe Einstellung besonders deutlich macht. Auch der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland sieht in den Inhalten des Kongresses eine Gefahr für die Rechte von Lesben und Schwulen, wie er in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister Vaupel, den Präsidenten der Uni Marburg und den Dekan des Fachbereichs Psychologie erklärt.

Das Bündnis ist im Internet unter noplace.blogsport.de zu finden

Und jetzt fassen wir uns alle mal ans Lingam…

Bei Ebay kann man jetzt Tantra-Massagen kaufen. Und nicht nur das: Für nur 8€ gibt es ein Tantra-Fernseminar. Im Preis enthalten sind: Lehrscript, Ferneinweihung und Urkunde.

Tantra kommt aus dem Hinduismus und ist eine spirituelle Praxis mit allem drum und dran – Schüler, Meister, Mysik, Erleuchtung und eben auch jede Menge Abzocke. Man unterscheidet zwischen rechtshändigem und linkshändigem Tantra. Das rechtshändige ist reinlich, männlich, gottesfürchtig und fromm. Will meinen: Man macht dabei keine Praktiken, die zur Befruchtung führen können. Das linkshändige ist eher dunkel, sinister und natürlich weiblich besetzt — wahrscheinlich, weil den damaligen Religionsstiftern diese ganze Vagina-Geschichte doch sehr unheimlich war und man in religiösen Dingen ja noch nie so erpicht auf die Meinung von Frauen war. Ensprechend musste man die Frauen, die man für tibetanisches Tantra — quasi als Zubehör — brauchte, auch nicht vorher fragen.

Daß das abscheulich ist, wird heute von den meisten Hetero-Männern — wenn auch teilweise nur zähneknirschend — anerkannt. Deswegen hat sich ein Herr Baghwan in den 1970er Jahren dran gemacht, das Tantra zu modernisieren.

Baghwan/Osho beim Abfahren seiner Jünger Baghwan/Osho beim Abfahren seiner Jünger in einem seiner mehr als 100 Rolls Royce mit Spezialausstattung

Baghwan ist der alte Künstlername von Osho. Und ja, genau, das war der Kinderschreck, der in den 1980er-Jahren immer herhalten musste, um die Gefahren von Sekten zu illustrieren: Jugendliche, die plötzlich in orangenen Gewändern Mantras murmeln, nach Poona pilgern und alle Habseligkeiten verkaufen, damit sich der Guru noch einen pinken Rolls Royce kaufen kann. Der Osho hat also in den 1970ern das Neotantra erfunden: Eine Prise Hinduismus, etwas tibetanischer Buddhismus und vor allem viel New Age-Spiritualität zusammengemixt mit dem Versprechen auf viel Sex. Als Bindemittel kam noch die pseudowissenschaftliche Theorie von Wilhelm Reich und ein charismatischer Führer dazu — fertig war ein neues esoterisches Mischgemüse.

Und wie geht das jetzt mit dem Tantra-Sex? Die sexuelle Energie im Körper wird durch spezielle Körperübungen so beeinflusst, daß man sich zu kosmischem Bewusstsein aufschwingt, mit dem Schöpfer kommuniziert und praktisch ein Übermensch wird. Konkret macht man z.B. mit dem Guru Yoni- oder Lingam-Massage, manche Leute sagen auch einfach Masturbation dazu. Mit anderen Worten: Auf zum Guru, wichsen für die Erleuchtung!

Um nicht missverstanden zu werden: Prinzipiell finde ich an Sexarbeit vor allem den patriarchale Kontext und die prekären Arbeitsbedingungen problematisch. Aber Sexarbeit durch spirituellen Klimbimm zu einer Art Gottesdienst für’s kosmische Bewusstsein aufzublasen ist doch ein bisschen arg unseriös — eine gegenseitig einvernehmliche und kostenlose Lingam-Massage im Darkroom scheint mir da doch die bessere Alternative.

Alpha Centauri

Ein Video-Tipp aus der großen weiten Welt (wie immer vielen Dank für den Hinweis) ist die Sendung Alpha Centauri. Ein Professor von der Uni München erklärt in dieser modernen Variante des Schulfunk Physik.

Besonders schön sind die Sendungen, in denen der nette Herr über Esoteriker redet, die versuchen, physikalische Phänomene zu erklären und dabei vor Aufregung fast außer sich gerät.

Schöne Beispiele auf Youtube:
Gab es wirklich eine Mondlandung?
Radosophie, vgl. dazu auch die Seite über Zahlenwunder bei arranca.de
Wann kommt der Weltuntergang? (eben doch nicht 2012)

Biophotonen und Bioelektronen

Wenn man sich nicht ordentlich kümmert, versagt das Karma. Das Spam-Karma. Wie schon hier berichtet gibt es da jemanden, der jede Menge Zeit aufwendet, um die an sich schöne Seite http://esowatch.com zu diskreditieren.

Hintergrund ist anscheinend, daß die Leute bei Esowatch nicht an Biophotonen glauben.

Das widerum ist nun wirklich nicht nett. Auch wenn Photonen wegen ihrer geringen Ausdehnung nicht bei ihrem vegtativen Tun zu beobachten sind, kann man doch nicht ernsthaft glauben, daß Bioelektronen ganz alleine den endlosen Raum zwischen den Atomkernen bewohnen, oder???

Bioelektronen

Mein Gott, hier passiert ja überhaupt nix mehr…

Ja, ich geb’s zu, alle Beteiligten an diesem Blog sind derzeit anderweitig beschäftigt. Aber versprochen, wir werden uns bessern und schon bald neue Perlen des Obskurantismus vorstellen. Bis dahin nur der Hinweis auf eine nette, wenn auch nicht mehr ganz neue Kampagne: Es gibt wahrscheinlich keinen Gott.

Jeder nur ein Kreuz: Christliche FundamentalistInnen demonstrieren in Berlin

Christliche FundamentalistInnen haben in Berlin unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ eine Demo für „die rund 250.000 Kinder [..], die nach Schätzungen von Lebensrechtsgruppen jährlich im Mutterleib getötet werden“ durchgeführt. Das sieht auf der Straße so aus:
Glaubt man den Indymedia-Berichten hier, hier und hier gab es viele phantasievolle Aktionen dagegen, was auch das christliche Nachrichtenportal IDEA hier bestätigt.
Noch mehr Stimmen zum Event gibt es bei immomentvorbei.



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